Autor : Klaus-Dieter Weiß, Fotograf: Dieter Leistner
Eine Raumerfindung von Rüdiger Kramm vor dem Hintergrund
von zweihundert Jahren Urbanität und Handel in Paris, London,
New York. . . .und Frankfurt
Ausgabe in englischer Sprache unter dem Titel Urban Trade Worlds Zeilgalerie ‚les facettes’
Inhalt
Das Spektrum urbaner Handelswelten weiten sich um ein neues, beispielloses
Stadterlebnis zwischen den historischen Kenngrößen Warenhaus,
Fußgängerzone und Passage. Erst das Phänomen Zeilgalerie
bietet die Chance, die Verstrickung von Handel und Stadt. Konsum und Kultur
nicht nur neu zu diskutieren, sondern in einem für die Entwicklung
der Innenstädte spektakulären Neuansatz qualitativ umzukehren:
vom reinen Konsumerlebnis zurück zum komplexen Stadterlebnis. Die
Zeilgalerie „les facettes“, ein Haus geplant für einhundert
Fachgeschäfte des Einzelhandels, für Bars, Cafés und
Restaurants, sogar für Fernseh- und Rundfunkereignisse, wurde zum
Brennpunkt des urbanen und kulturellen Lebens in der Frankfurter Zeil.
In ihrer räumlichen Synthese von Straße und Haus ist die Idee
einzigartig, neu und überraschend. Denn die Raumidee „Straße
im Haus“ wurde für Bauten des Handels bisher, im Rückblick
auf die historischen Passagenräume des 18. und 19. Jahrhunderts,
nur streng horizontal, über ein oder zwei Ebenen realisiert. Mit
ihren gewaltigen Raumdimensionen übertrifft die Frankfurter Zeilgalerie
die Höhe dieser zweihundert Jahre lang nur formal variierten gebäudeinternen
Straßenzüge, selbst verglichen mit der berühmten historischen
Mailänder Galleria Vittorio Emanuele II. Und sie macht das Raumvolumen
nicht nur optisch zu einem Erlebnis. Im Vordergrund der Raumidee Zeilgalerie
„les facettes“ steht das geschäftige Treiben der Einzelhändler
und Restaurantbesitzer wie ihrer Kunden, Gäste und Passanten –
bis unter und sogar auf das Dach eines achtgeschossigen Gebäudes
mitten in der Stadt. Das alte, traditionell kleinteilige Mosaik vom Handel
und Stadt, das gerade in der Frankfurter Zeil, der hierzulande umsatzstärksten
Straße der Kaufhausgiganten, lange Zeit verschüttet war, präsentiert
sich neu und verheißt Zukunft – architektonisch revolutionär
interpretiert. Die Bühne, für die sich jeder Stadtbewohner als
Zuschauer, Statist oder Hauptdarsteller begeistert, das darauf gezeigte
Stück, das für den Erlebnisreichtum unserer Städte eine
große Rolle spielt – auch nach Ladenschluß – beide
wecken Hoffnung auf innerstädtische Atmosphäre in einer neuen
Dimension. Stadt und Handel finden, aufbauend auf alten Leidenschaften
zu Zeiten der Gründung erster Städte, zu einer neuen, spannungsvollen
Liaison. Architektur, Kunst und Kultur, aber auch Konstruktion und Technik
wurden aus diesem Anlaß – in konstruktiver Zusammenarbeit von
Bauherr und Architekt – neu gefordert und geben auf dem Weg zu einer
neuen Qualität von Innenstadt unerwartete, aber lange erhoffte Impulse
Klaus Dieter Weiß, prominenter Architekturkritiker und Publizist, zeigt in einer imaginären Spurensuche die historischen Bezugspunkte auf, verfolgt die architektonischen Intentionen, das Marketingkonzept, schildert den Bau in allen konstruktiven und technischen Details und bewertet dessen städtebauliche Dimension. Die urbanen Handelswelten konkurrierenden Metropolen national und international, vorgestellt in persönlichen Erfahrungsberichten namhafter Publizisten und Architekturkritiker, bilden den Hintergrund für die Bewertung einer faszinierenden Variation.
Dieter Leistner, international anerkannter Architekturfotograf, zeigt in seinen Bildern nicht nur die Realität des fertiggestellten, vom Publikum begeistert angenommenen Gebäudes. Er verfolgte die Entstehungsgeschichte dieses Projekts vielmehr dokumentarisch von Anfang an in einmaliger Konsequenz. Selten konnte eine bedeutende architektonische Idee in allen Phasen ihrer Umsetzung so authentisch verfolgt und so spannend dargestellt werden.
Wolfgang Heffe, namhafter Grafikdesigner, verdichtet das umfangreiche Plan- und Fotomaterial im Layout des Buches zu einer schlüssigen visuellen Baudokumentation, die auf mehreren Rezeptionsebenen gelesen werden kann. analog dem Planungs- und Baufortschritt entwickelt sich die Visualisierung des Gebäudes zunehmend konkreter und dramatischer. Die wichtigsten Entwicklungsschritte werden dabei zur schnellen Orientierung groß abgebildet, während sich auf einer zweiten Ebenen Details in Abbildung und Text anschaulich gegenüberstehen und informativ ergänzen.





